Strompreisentwicklung

Der Strompreis für die Verbraucher befindet sich seit Beginn der Siebziger Jahre in einer ständigen Aufwärtsbewegung. Heutzutage wird der Strompreis nicht mehr von ein paar wenigen Monopolinhabern bestimmt, sondern er entwickelt sich durch ein freies Wettbewerbsrecht, was das Liberalisierungsgesetz von 1998 ermöglichte. Dieser freie Wettbewerb sorgte zunächst für einen Fall des Strompreises. Aber nach einiger Zeit konnten sich durch Fusionen wieder vier große Anbieter auf dem Markt durchsetzen und den Preis bestimmen. Schließlich war dieser kurze Zeit später genau so hoch wie vor der Liberalisierung, teilweise lag er fünf Jahre danach sogar noch darüber.

Derzeit besteht der Strompreis zu rund 40 % aus Steuern und Abgaben, ca. 35 % Netzkosten, und daneben aus den Kosten für die Stromerzeugung. Der Anteil, den die Vertriebe für den Verkauf bekommen, ist relativ gering. Vorwiegend beeinflussen also diese Bestandteile den Strompreis.

Die Netzkosten beinhalten alles, was den Strom zum Netzbetreiber transportiert. So erhöhten die Stromnetzbetreiber die Netznutzungsentgelte für die Stromanbieter. Die Preise für Hochspannungsnetze sind in den letzen Jahren gestiegen, was aber kaum eine Auswirkung auf den Preis für Privatkunden hatte, weil diese Entgelte von allen Verbrauchern getragen werden. Die Bundesnetzagentur überprüft und genehmigt die Preise für die Netzkosten, die für Privatkunden gesunken sind.

Die Steuern und Abgaben an den Staat sind dahingegen erheblich gestiegen, und zwar zum einen durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 3 % auf 19 % zum 01.01.2007. Hinzu kam außerdem noch die Erhebung der Ökosteuer, die mit 2,05 Cent pro kWh zu Buche schlug. Auch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus 2000, das die Produktion von Ökostrom fördern soll, brachte weitere Strompreiserhöhungen mit sich, weil es die Netzbetreiber verpflichtet, Ökostrom zu einem Mindestpreis abzunehmen, der oft aber über dem Strompreis liegt. Auch das tragen dann letztendlich die Verbraucher.
 
Da wir Menschen immer mehr elektrische Geräte benutzen, Rohstoffe aber immer knapper werden, führt das zu einer enormen Erhöhung des Strompreises über den erhöhten Beschaffungspreis.

Normalerweise kaufen Stromanbieter aber den Strom bereits Jahre im Voraus oder produzieren ihn selbst, sodass es hier nur bei den Stromanbietern zu einer Preiserhöhung kommen dürfte, die auf einen spontanen Kauf an der Energiebörse (EEX in Leipzig) angewiesen sind, weil sie nicht über eine Menge verfügen, die ihre Kunden benötigen. An der EEX kann man entweder auf Termin im Voraus die erforderlichen Mengen für ein Jahr kaufen oder aber den Spotmarkt für sofortige Einkäufe nutzen, dies aber dann meistens zu einem relativ hohen Preis. Aber das erklärt nicht die Preiserhöhungen der Stromanbieter, die nicht auf den Spotmarkt angewiesen sind.

Auch die Importpreise für Strom haben sich in den letzten Jahre mehr als verdoppelt, was sich ebenfalls auf den Strompreis im Inland niederschlägt.

Am 1. Januar 2008 ist das neue Kartellrecht in Kraft getreten. Wenn in Zukunft dann einer der Stromanbieter völlig überzogene Preise fordert, kann das Bundeskartellamt das unterbinden. Für 2009 ist von der Bundesnetzagentur und den Landesbehörden geplant, alle Netzbetreiber in Deutschland zu prüfen und zu bewerten. Man hofft darauf, so die großen Konzerne daran zu hindern, die Strompreise nach Gutdünken zu erhöhen.